Mit philatelistischen Grüßen

Welt- und persönliche Geschichte
des Kalten Krieges

Andreas Vogel

Das Buch „Mit philatelistischen Grüßen“ von Andreas Vogel erzählt die Geschichte des Kalten Krieges im kompakten Postkartenformat illustriert mit Briefmarken und Ersttagsbriefen der Deutsche Post der DDR in einer interessanten Mischung aus historischen Fakten und persönlichen Anekdoten.

Leseprobe
 
 
Autor

Andreas Vogel wurde 1965 in Quedlinburg geboren und verbrachte die ersten 25 Jahre seines Lebens in Halle und Berlin. Diese Jahre waren von der alltäglichen Auseinandersetzung mit der Diktatur des Proletariats und der existentiellen Bedrohung durch den Kalten Krieg  geprägt.

Neben Geschichte interessieren ihn die sozialen Auswirkungen von Internet und künstlicher Intelligenz, die er in digitalen Videos and  einem Blog diskutiert.

Die Reisefreiheit war für Andreas Vogel immer das größte Thema gewesen, und so fuhr er dann nach der Wende los: mit einem Promotionsstipendium nach Madrid, zum ersten Job nach Montreal, dann nach Australien um für den kanadischen Winter zu kompensieren und schließlich landete er 1996 in San Francisco und leistete seinen Beitrag zur Internet-Ökonomie.

2019
1987
 
Interview

Warum dieses Buch?

 

Anfang 2018 bin ich zufällig über Ersttagsbriefe der Deutsche Post der DDR gestolpert. Ich war von der Vielfalt und der persönlichen Relevanz der Motive und deren graphischer Umsetzung fasziniert.

 

Zum Beispiel gibt es eine Briefmarke von dem mittlerweile abgerissenen Hochhaus am ehemaligen Thälmannplatz in Halle, wo ich einen Großteil meiner Kindheit verbrachte. Andere Briefmarken bilden jeden der Computer ab, an denen ich während Schulzeit und Studium programmiert hatte.

 

Da drängte sich der Gedanke auf, meine „Geschichten von früher“ im Rahmen dieser philatelistischen Dokumente aufzuschreiben.

Für wen ist dieses Buch?

 

Ursprünglich begann ich das Buch als ganz persönliches Projekt. Ich ließ jeweils 25 Exemplare in der englischen und deutschen Version für Familie und Freunde drucken.

 

Das Feedback war gut, in Deutschland und in Amerika, bei Jung und Alt, Ost und West. Den Lesern gefiel vor allem das Postkartenkonzept mit seinem kompakten Format und die Mischung aus Welt- und persönlicher Geschichte.

 

Das Buch ist eine Erinnerung für alle, die die Geschichte in der DDR miterlebt haben, und eine unterhaltsame Geschichtsstunde für die anderen.

Was ist ein Ersttagsbrief?

 

Zum Anlass der Herausgabe einer Briefmarke bzw. eines Briefmarkensatzes geben viele Postverwaltungen einen speziellen Schmuckumschlag heraus.

 

Diese Umschläge sind meistens graphisch mit Motivbezug zu den herausgegebenen Briefmarken gestaltet. Der Brief wird mit der Briefmarke frankiert und oft mit einem speziellen thematischen Sonderstempel entwertet. Das Kuvert und der Stempel sind nur am Herausgabetag erhältlich, daher der Name Ersttagsbrief.

 

Die Deutsche Post der DDR war ein eifriger Herausgeber von Ersttagsbriefen und deren Gestaltung spiegeln 40 Jahre Grafikdesign wider.

Wie relevant ist das Buch?

 

Der Kalte Krieg ist vorbei und die DDR verschwunden. Die Themen aber bleiben, nur der Kontext ändert sich.

Viele der heutigen geopolitischen Entwicklungen in Korea, Russland und China haben Bezugspunkte zu den Ursachen und Entwicklungen des Kalten Krieg.

Auf der persönliche Ebene kann man sich solche Fragen stellen,  wie hätte ich mich verhalten, wenn mich die Stasi als Informellen Mitarbeiter gewinnen wollte oder wäre ich in die Partei eingetreten? Letztendlich ist das die Frage welche Kompromisse man bereit ist zu machen.

Ist Gedrucktes anachronistisch?

Während die Postkarte im digitalen Zeitalter weitgehend verdrängt ist, passt ihr kompaktes Format bestens in die heutige Zeit von Twitter und Instagram.

 

Im Grunde genommen besteht das Buch aus etwa hundert in sich abgeschlossenen Geschichten, die einzeln konsumiert werden können.

Es gibt auch eine Kindle Version.

Da kann man mal eine Karte auf dem Handy während der wöchentlichen Konferenzschaltung lesen und die nächste auf dem Klo.

Mir persönlich gefällt die gedruckte Version allerdings besser.

Hatte das Buch persönliche Konsequenzen?

Ja. Ich habe oft und lange mit meiner Mutter telefoniert, und wir haben viele Geschichten diskutiert. Manchmal hatten wir verschiedene Erinnerungen.

 

Insgesamt hat uns dieses Projekt näher zusammengebracht.

 

Stimmen

Walter „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“ Ulbricht

 

Das ist ein wichtiges Buch. Das stellt die Geschichte mal richtig dar. Ja, mit dem antifaschistischen Schutzwall haben wir den Klassenfeind schön ausgetrickst. Und wir waren gerade dabei den Westen zu Überholen ohne Einzuholen mit Planwirtschaft, Datenverarbeitung und Kybernetik. Aber dann hat der Erich alles kaputt gemacht.

 

Erich „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ Honecker

 

Das Buch ist ein Klassiker. Es steht bei mir im Regal zwischen dem Kommunistischen Manifest und Lenins „Was tun?“. Mit der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik hatten wir ja alles: stabile Preise, billige Mieten und den Megabit Chip. Aber dann hat der Gorbatschow alles kaputt gemacht.

 

Erich „Ich liebe Euch doch alle“ Mielke

 

Das Buch enthält wichtige Informationen. Ich habe sofort alle Postkarten rausgelöst und in die Kartei einsortiert. Hätten wir den Vogel damals als IM verpflichtet, dann sehe Situation heute anders aus. Ganz anders!

Kontakt

 

HASENVERLAG   06114 Halle (Saale)   Gabelsbergerstr. 5

© 2019 Andreas Vogel